Mit speziellen Übungen und einem einfachen Protokoll

Ischias- und Piriformisbeschwerden erfolgreich los werden!

Wer einmal unter ihnen litt, möchte sie nicht so schnell wieder haben – Ischiasschmerzen! In der medizinischen Fachsprache werden die Beschwerden als Ischialgie, Lumboischialgie oder redikuläre Kreuzschmerzen bezeichnet und treten häufig zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr auf. Betroffene leiden dabei unter vom Ischiasnerv ausgelösten stechenden, brennenden Schmerzen, die vom Lendenwirbelbereich über die Beine bis hin zu den Füßen ausstrahlen können und den Alltag der betroffenen Personen erheblich beeinträchtigen.

 In Deutschland erkranken jährlich 120.000 Menschen an Ischiasbeschwerden. Aufgrund unserer Lebensumstände mit zu wenig Bewegung, falscher Ernährung und Übergewicht ist die Ischialgie weiter auf dem Vormarsch. Studien ergaben, dass 40% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens für einen kurzen Zeitraum an Ischialgie erkranken. Bei 10% der Betroffenen gehen die Schmerzen sogar in einen chronischen Zustand über.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen oder der Erkrankung bereits im Anfangsstadium Paroli zu bieten, informieren wir Sie ausführlich in Sachen Ischias-Problematik: von den Ursachen bis hin zu präventiven Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können.  Sollten Sie bereits unter Ischiasbeschwerden leiden, dann haben wir auch für Sie hilfreiche Übungen und Sofort-Maßnahmen zusammengestellt, die bei akuten Problemen rasch Abhilfe schaffen und Ihre Beschwerden lindern!

Ischiasschmerzen lindern oder ganz los werden - Komplettes Protokol entdecken!

Anatomie - Wo befindet sich der Ischiasnerv im menschlichen Körper?

Wenn im Volksmund vom „Ischias“ die Rede ist, dann ist der Ischiasnerv, lat. Nervus ischiadicus, gemeint. Doch wo befindet sich der Nerv in unserem Körper und wo verläuft er? Die Antworten auf diese Fragen liefern wir Ihnen gern:

Der Ischias Nerv ist der längste Nerv des menschlichen Körpers. Seinen Ursprung bildet er aus einem Nervengeflecht (=Plexus) im Wirbelsäulenbereich zwischen dem 4. Lendenwirbel (L4) und 3. Sakaralwirbel (S3), also zwischen Lendenwirbel und Kreuzbein, aus.

Somit ist der Ischiasnerv dem Lenden-Kreuz-Geflecht (Plexus lumbosacralis) zuzuordnen,  welches die bauchwärts gerichteten Nervenäste der  Rückenmarksnerven (=Spinalnerven) ab dem 12. Brustwirbel (Th12) bis zum 5. Sakralwirbel (S5) beherbergt. Die Nerven des Plexus lumbosacralis lassen sich je nach Ursprung am Rückenmark nochmals in Plexus lumbalis (Th12-L4) und Plexus sacralis (L4-S4) unterteilen. Dabei vereinen sich die meisten Fasern des Plexus sacralis zum Ischiasnerv. 

Von seinem Ursprung in Kreuzbeinhöhe verläuft der Ischiasnerv  über die Streckseite des Hüftgelenkes bis zur Rückseite des Oberschenkels. Von dort führt er das gesamte Bein hinab bis zu den Zehen. In Kniekehlenhöhe teilt sich  der Ischiasnerv wiederum in den Schienen- und Wadenbeinnerv.

Somit ist der Ischiasnerv nicht nur der längste, sondern auch der dickste Nerv des menschlichen Körpers, da er einen Durchmesser von bis zu 2cm erreichen kann.

Der Ischiasnerv befindet sich beim Menschen sowohl in der rechten, als auch linken Körperhälfte, sodass beide Beine den Nerv beherbergen. 

Ischiasnerv

Physiologie - Welche Funktionen übt der Ischiasnerv aus?

Der Ischiasnerv ist ein Nerv des peripheren Nervensystems (PNS), welches  motorische und sensorische Funktionen steuert und innere Organe reguliert. Dabei leitet der Ischiasnerv über die Spinalnerven des Rückenmarks motorische Befehle (Bewegungen) und Empfindungen (Schmerz, Temperatur, Berührungen) von Bein und Fuß an das Gehirn weiter. Die darauf folgende Beantwortung des Gehirns gibt der Ischiasnerv an die zuständigen Muskelgruppen in Bein und Fuß weiter.

Daher ist der Ischiasnerv für die motorischen Fähigkeiten, wie der Muskel An- und Entspannung zuständig und sorgt z.B. für die Außenrotation des Hüftgelenkes und damit für die Streckung der Hüfte, Beugung von Bein, Fuß und Zehen, sowie der Empfindungswahrnehmung in den unteren Extremitäten.

Symptome - Wie fühlen sich Ischiasschmerzen an?

Ischiasschmerzen zählen zu den Erkrankungen des peripheren Nervensystems, daher werden die Schmerzen auch als neuropathische Schmerzen bezeichnet. Wer noch nie unter Ischiasschmerzen gelitten hat, kann sich glücklich schätzen, denn die Schmerzen sind ein lästiger Begleiter, der die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. 

Die medizinischen Fachausdrücke „Lumboischialgie“ und „radikuläre Kreuzschmerzen“ beschreiben genau, unter welchen Symptomen Ischias-Betroffene leiden, nämlich an Schmerzen (=Algos) im Lendenwirbelbereich (=lumbal) und Beinen entlang des Ischiasnerves (=Ischialgie). Zudem sind die Schmerzen oft vom Lendenbereich in das Bein bis zu den Zehen ausstrahlend, also radikulär,  da sie von den Nervenwurzeln ausgehen.

Die Ischiasschmerzen haben verschiedene Erscheinungsformen. Sie können sich wie ein elektrischer Schlag anfühlen oder ein Kribbeln, Brennen oder ein schleichendes Krampfgefühl in den Beinen auslösen. Betroffene berichten auch oft, dass die Schmerzen schlagartig einsetzen und so stark werden können, dass jegliche Bewegungen oder das Sitzen zur Qual werden. Auch das Liegen bringt nur kurzzeitig oder gar keine Besserung.

Häufig können zu den Schmerzen auch folgende Ausfallerscheinungen hinzu kommen:

–          Taubheit

–          Muskelschwäche

–          Lähmungserscheinungen

–          Empfindungsstörungen

–          Probleme bei der Harnausscheidung und beim Stuhlgang

Charakteristisch für Ischiasschmerzen sind auch, dass sich diese beim Sitzen, Niesen, Husten, Anheben von Gewichten und beim Ausstrecken der Beine verstärken können. Zudem verstärkt sich der Schmerz bei Druckausübung auf den Schmerzausgangspunkt am Rücken und strahlt bis zu den Zehen aus.

In seltenen Fällen können Ischias-Beschwerden auch dazu führen, dass sich eine Unfähigkeit entwickelt, die Knie zu beugen oder die Beine und Zehen zu bewegen.

Wenn Sie unter den zuvor genannten Symptomen leiden, sollten Sie von einem Arzt abklären lassen, welche Ursachen dahinter stecken! 

Ursachen - Durch was können Ischiasschmerzen ausgelöst werden?

Ischiasschmerzen entstehen meist, wenn der Nerv seine Funktionen nicht mehr uneingeschränkt ausführen kann, also eine Funktionsstörung vorliegt.  Dies geschieht, wenn Kompressionen (Druck, Quetschungen) oder Reizungen (z:B. durch Entzündungen) auf den Nerv einwirken. Somit ist in den meisten Fällen nicht der Ischiasnerv der Verursacher der Schmerzen, sondern nur ein Symptom oder Warnsignal des Körpers, das Sie auf eine andere Ursache aufmerksam machen soll! Keine Sorge, dahinter müssen nicht immer ernsthafte Krankheiten stecken.

Ischiasbeschwerden werden zu allererst durch unsere Lebensumstände begünstigt. Als Industrienation verbringen wir den Großteil des Tages sitzend an der Arbeit, am Ausbildungsplatz, in der Freizeit vor dem Fernseher, Smartphone oder der Spielkonsole. Der Bewegungsmangel führt zu einer unzureichend trainierten Muskulatur. Funktionsstörungen der Muskulatur, wie Verspannungen, Blockaden, Verkrampfungen und Schmerzen sind die Folgen. Zudem führen alltägliche Stresssituationen dazu, dass sich die Muskulatur noch weiter verspannt. All dies begünstigt Erkrankung am Bewegungsapparat und kann Ischiasbeschwerden auslösen.

Zudem sollten Sie auch auf Ihre Ernährung achten, Fertigprodukte mit Zusatzstoffen meiden und den Weißmehl- und Zuckerkonsum, sowie den Alkohol- und Tabakkonsum einschränken, da diese für eine erhöhte Anfälligkeit für Entzündungsprozesse und Tumorbildung, sowie für die Begünstigung zahlreicher anderen Krankheiten verantwortlich sind.  

Vermeiden Sie auch einseitige Bewegungsmuster und Tätigkeiten, wie das häufige Beugen der Wirbelsäule nach vorne, das Heben der Arme über die Schulterhöhe oder ungünstige Sitzpositionen, da diese Ischiasbeschwerden fördern.

Ischiasschmerzen können jedoch auch durch folgende Erkrankungen verursacht werden:

Bandscheibenvorfall

Zu der häufigsten Ursache von Ischiasschmerzen zählt der Bandscheibenvorfall, bei dem durch den Austritt der gallertartigen Masse Druck auf die Nervenwurzeln  ausgeübt werden kann, was wiederum starke Schmerzen hervorruft. Bandscheibenvorfälle werden durch eine schwache Rückenmuskulatur und Fehlbelastung der Wirbelsäule im fortschreitenden Alter begünstigt.  Daher ist es wichtig, die Rückenmuskulatur schonend und zielgerichtet zu trainieren. 

 

Piriformis-Syndrom/Pseudo-Ischias 

Dieses tritt auf, wenn der tief im Gesäß liegende Piriformis-Muskel irritiert (verkrampft oder angespannt) ist. Dadurch wird Druck auf den Ischiasnerv erzeugt und kann zu einer Reizung führen.

Lumbale Spinalkanalstenose

Diese Erkrankung resultiert aus einer Verengung des Spinalkanals im Lendenwirbelsäulenbereich. Dadurch wird Druck auf die Nerven ausgeübt, der Rückenschmerzen und bleibende Nervenschäden verursachen kann.

 

Wirbelgleiten (Spondylolisthese)

Dabei liegt durch eine Instabilität der Wirbelsäule der Gleitwirbel mit dem darüber befindlichen Teil der Wirbelsäule über den nachfolgendem  Wirbel. Dadurch können Nerven im Spinalkanal eingeklemmt werden. Folgen können Nervenschädigungen, Bandscheibenvorfälle, Lähmungen in Beinen und Funktionsstörungen von Blase und Mastdarm sein. 

 

Rückenmarktumore oder Tumore im kleinen Becken

Durch die Tumore werden Verengungen der Nervenbahnen verursacht und eine erhöhte Druckbelastung auf Nerven und Muskulatur wird verursacht. 

 

Entzündungsprozesse 

Lyme-Borreliose oder Gürtelrose können entzündliche Prozesse an Nervenwurzeln begünstigen und so zu Reizungen des Ischiasnervs führen.

Zudem werden Ischasbeschwerden auch durch Faktoren begünstigt, auf die wir keinen Einfluss haben. So leiden z.B. groß gewachsene Menschen häufiger unter Ischiasschmerzen oder schwangere Frauen, da die Muskulatur mehr beansprucht wird. In der Schwangerschaft besteht auch ab dem dritten Trimester die Möglichkeit, dass das Baby direkt auf den Ischiasnerv drückt und somit Schmerzen verursacht werden.

Sollten Sie aufgrund Ihrer Lebensweise zu Ischiasbeschwerden neigen, dann haben Sie die Möglichkeit dem Frühzeitig entgegen zu wirken. Bei auftretenden Ischiasbeschwerden müssen Sie auch nicht gleich in Panik ausbrechen und eine schwere Krankheit dahinter vermuten. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass Sie, wenn Sie unter Ischiasschmerzen leiden, keine der oben aufgeführten Krankheiten haben müssen oder umgekehrt! Gehen Sie daher bei auftretenden Beschwerden zum Arzt, um die Ursache hinter den Ischiasschmerzen eindeutig abklären zu lassen! 

Fehldiagnosen - Ischialgie, Pseudo-Ischias oder doch Hexenschuss?

Ischiasbeschwerden werden fälschlicherweise auch des Öfteren mit Krankheiten verwechselt, die ähnliche Schmerzmuster verursachen. Am häufigsten kann dies beim Piriformis-Syndrom, auch Pseudo-Ischias genannt, oder dem Hexenschuss (Lumbago oder lokales Lumbalsyndrom) auftreten. Bei letzterem leiden Betroffene unter einem plötzlich auftretenden stechenden Schmerz im Lendenbereich, der anhaltend ist und dazu führt, dass das aufrechte Gehen eingeschränkt wird. Verursacht wird dieser Schmerz durch schmerzhaft verkrampfte Muskelgruppen im unteren Rückenabschnitt. Auslöser dafür sind meist plötzlich ausgeführte,  ruckartige Bewegungen oder das Heben schwerer Lasten.

Wenn es im unteren Rückenbereich bis in die Beine schmerzt, ist oft klar, dies muss der Ischias sein. Dabei wird dem Piriformis-Muskel noch viel zu oft bei der Ursachenforschung zu wenig Bedeutung geschenkt. Der Muskel befindet sich in der Hüfte und verläuft nah am Ischiasnerv. Bei einer Muskelverhärtung des Piriformis-Muskels können identische Symptome auftreten. Allerdings strahlen die Schmerzen nur bis in den Oberschenkel aus. Bei einer Ischialgie hingegen ziehen sich die Schmerzen meistens das gesamte Bein herunter bis hin in die Zehen. Ähnlich wie bei einer Ischialgie, kann die Muskelverhärtung auch Kribbeln uns Taubheitsgefühle im Gesäßbereich und im Oberschenkel auslösen. Die Verhärtungen werden durch falsche Sitzhaltungen, ungünstige Stehpositionen oder eine falsche Laufhaltung begünstigt. Durch die Muskelverhärtung kann der Prriformis-Muskel jedoch auch auf den Ischiasnerv drücken und diesen zusätzlich noch reizen (siehe 4. Ursachen), sodass Pseudo- Ischias auch eine Ischialgie verursachen kann.

Passen Sie auch auf, dass Sie aufgrund einer Ischialgie keine unnötigen Untersuchungen und Therapien aufgrund von vorausgesetzten Bandscheibenvorfällen über sich ergehen lassen. Denn Bandscheibenvorfälle sind zwar eine häufige Ursache, doch es gibt zahlreiche andere auslösende Faktoren. Leider wird die Ischialgie viel zu schnell mit Bandscheibenvorfällen in Zusammenhang gebracht, sodass eine tiefere Ursachenforschung oft unterbleibt.

Ischiasnerv vs. Piriformismuskel

Diagnose - Welche Verfahren gibt es, um Ischialgie eindeutig zu diagnostizieren?

Um eine Ischalgie zu diagnostizieren, können Sie sich von Ihrem Hausarzt an einen Spezialisten, z.B. Orthopäden oder Neurologen überweisen lassen.  Zuerst wird der Arzt eine gründliche Anamnese durchführen, um sich einen ersten Eindruck verschaffen zu können. Dabei schildern Sie Ihr Schmerzmuster  und geben Auskunft über etwaige Vorerkrankungen. Danach stehen dem Arzt verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung, um  festzustellen, ob Sie unter Ischiasschmerzen leiden und welche Ursachen dafür verantwortlich sind.

Körperliche Untersuchungen

Der Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der Sie auf Muskelverspannungen- und Schwächen, Wirbelverschiebungen oder Schon- und Fehlhaltungen durchgecheckt werden. So kann der Zehenspitzenstand ein Indiz liefern, dass Ischiasbeschwerden vorliegen, da dabei die Kraft fehlt, auf den Zehen zu stehen. Da der Ischiasschmerz häufig nur eine Körperseite betrifft, nehmen die Betroffenen meist eine Schonhaltung ein und gehen zu der Seite gekrümmt, die nicht von den Schmerzen befallen ist. Zudem geben Reflextests Auskunft darüber, wieweit Sie in Ihrer Empfindung und Bewegung eingeschränkt sind.

Nervendehnungstests

Durch verschiedene Nervendehnungstests ermittelt der Arzt, ob und in welchem Bereich Nervenbeeinträchtigungen  bestehen. Der Arzt lässt den Patienten zum Beispiel den gestreckten Oberschenkel passiv beugen, wodurch der Ischiasnerv gedehnt wird. Gleichzeitig wird das Kinn zur Brust geführt und der Patient muss husten. Sofern ein starker Schmerz zu verspüren ist, handelt es sich um Ischialgie oder einen Bandscheibenvorfall. Auch ein positiver Lasègue-Test, der durch einen positiven Bragard-Test bestätigt wird, weisen auf eine eindeutige Ischiasreizung durch Entzündungen im Nervenwurzelbereich hin. Beim Lasègue-Test liegt der Patient flach mit dem Rücken auf dem Boden. Das gestreckte Bein wird angehoben. Treten Schmerzen bei einer Winkelung zwischen 30° und 50° auf, dann ist der Test positiv. Beim Bragard-Test wird das Bein wieder auf die Höhe abgesenkt, auf der die Schmerzen anfangen sich zu verringern. In dieser Höhe wird der Fuß Richtung Fußrücken angewinkelt. Sofern sich der Schmerz dabei wieder verstärkt, ist der Test positiv und eine Ischiasreizung liegt vor. 

Bildgebende Verfahren

Sofern sich die Ischialgie bestätigt, muss der Arzt die Ursache ermitteln. Um Wirbelsäulen- und Nervenveränderungen, Bandscheibenvorfälle, Tumore u.ä auszuschließen, können bildgebende Untersuchungen, wie ein MRT oder CT angefertigt werden.

Durch die verschiedenen Diagnoseverfahren ergibt sich ein sehr zuverlässiges Gesamtbild, sodass sich eine Ischialgie gut diagnostizieren lässt. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass auch abgeklärt wird, welche Ursache hinter der Ischialgie steckt. So wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen, um die Ischiasbeschwerden ganzheitlich zu beheben, ansonsten wird der Erfolg nur von kurzer Dauer sein. 

Therapie - Wie werden Ischiasschmerzen behandelt?

Nachdem eine Ischialgie und die verantwortliche Ursache diagnostiziert wurde, kann mit einer zielgerichteten Behandlung angefangen werden. Je nach Ursache sind die Therapien dafür natürlich verschieden. Zumeist reichen jedoch konservative Therapien aus, um den Ischiasnerv wieder zu regenerieren und die Ursache zu beheben. Denn auch Bandscheibenvorfälle müssen in den meisten Fällen nicht operiert werden, sondern können durch Physiotherapie ggf. begleitet mit medikamentöser Behandlung komplett regeneriert werden. Doch was können Sie tun, um die Ischiasschmerzen zu lindern und Ihren Alltag und die Therapien aktiv angehen zu können?

Die Behandlung von Ischiasschmerzen  konzentriert sich darauf,  die Schmerzen zu kontrollieren und die Menschen so aktiv wie möglich zu halten, um Anspannungen und Schonhaltungen zu durchbrechen, bevor weitere Folgeerkrankungen daraus entstehen können. 

Schmerzmittel

Zur Schmerzreduktion stehen Ihnen Schmerzmittel zur Verfügung, deren Dosierung Sie mit dem behandelndem Arzt absprechen sollten. Zum Einsatz kommen dabei für gewöhnlich:

  •           Paracetamol
  •           Ibuprofen
  •           Diclofenac
  •          Aspirin (Acetylsalicylsäure)

Injektionen

Zudem besteht auch die Möglichkeit Schmerzmittel und Entzündungshemmer (z.B. Kortison) direkt unter die Rückenmuskulatur zu injizieren. Sollten diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, kann die kurzfristige Einnahme von stärkeren, verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln Abhilfe schaffen.

Für Patienten mit langanhaltenden und unkontrollierten Schmerzen kann eine Wirbelsäuleninjektion (z.B. PDI oder PRT) mit entzündungshemmenden Medikamenten eingesetzt werden. 

Physikalische Therapien und Rückentraining

Neben der Schmerzlinderung durch Schmerzmittel stehen Ihnen physikalischen Therapien (z.B. Physiotherapie, Massagen, Rückenschulung)  zur Verfügung, die dem Muskelaufbau dienen, den Rücken trainieren und die Schmerzen lindern und den Ischiasnerv entlasten. Auch bei degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule ist der richtige Muskelaufbau und somit die Verbesserung der Rückenmuskulatur, Bewegungskoordination und Kraftausdauer, sehr wichtig und ausreichend, um Linderungen der Ischiasschmerzen zu erzielen.

 

Chirurgischer Eingriff

Ein operativer Eingriff sollte die allerletzte Option darstellen und nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Schmerzen:

–           Extrem stark sind

–          Nicht  zu lindern sind

–          Über einen langen Zeitraum bestehen

–           Zusätzlich schwere Ausfallerscheinungen hinzu kommen

 

Dies ist jedoch nur in den seltensten Fällen erforderlich, da die konservativen Therapien bei Ischiasschmerzen und degenerativen Wirbelsäulenveränderungen in den meisten Fällen gut anschlagen.

 

Natürlich sollten Sie auch nach Besserung der Beschwerden die erlernten physiotherapeutischen Übungen mit in Ihren Alltag integrieren, damit ein Rezidiv vermieden wird. Zusätzlich könnten Sie an einer Rückenschulung teilnehmen.  Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung, um Übergewicht zu vermeiden oder zu reduzieren, ist wichtig, damit die Muskulatur  Ihres Bewegungsapparates, sowie die Gelenke und Knochen nicht krankheitsanfällig werden. Sie haben es in der Hand den Ischiasschmerzen Paroli zu bieten! 

 

Sollte der Schmerz jedoch chronisch werden, dann sollte eine multimodale interdisziplinäre Diagnostik (durch Spezialisten-Team aus Ärzten, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten)  erfolgen, um die bestmögliche Therapie für Ihren Fall auszuarbeiten! Als chronisch ist der Schmerz zu betrachten, wenn folgende Fälle eintreten:

–          Schmerz hält trotz konservativer Therapie länger als 6 Wochen an und verstärkt sich ggf. weiter

–          Es treten mehr als drei Schmerzperioden/Jahr auf.

–          Es treten 1-2 Schmerzperioden/ Jahr in 3 Jahren auf.

 

Alternativmedizinische Behandlungsmethoden

Unterstützend zu der konservativen Therapie können Sie auch alternativmedizinisch Methoden anwenden, um die Ischiasbeschwerden zu lindern. Dafür eignen sich besonders folgende Methoden:

–          Akupunktur (bei Rückenbeschwerden werden Kosten hierfür auch von den Krankenkassen übernommen)

–          Akupressur

–          Osteopathie

–          Wärmetherapie, Kneipp’sche Güsse, Rügener Heilerde

–          Entspannungstechniken: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung

–          Ernährungsumstellung nach „Vier- Temperamenten- Lehre“

 

Je früher Sie mit einer gezielten Therapie beginnen, desto besser! So beugen Sie auch vor, dass die Schmerzen chronisch werden! Vergessen Sie dabei nie: „Gut Ding will Weile haben“! Es kann einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe die Therapien anschlagen. Gerade bei chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen sollten Sie am Ball bleiben und weitere Behandlungsmöglichkeiten austesten und die Ursachenforschung voran treiben.

Verlauf und Prognose - Wie lange halten Ischiasschmerzen an? Wie sind die Heilungschancen?

Die Gute Nachricht für von Ischialgie- Betroffene ist, dass sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen verbessern und sogar verschwinden. Menschen neigen oft dazu zu denken, dass je schlimmer der Schmerz ist,  desto wahrscheinlicher ist es, dass etwas Schlimmes dahinter steckt. Dies gilt glücklicherweise nicht für Ischiasbeschwerden. Somit ist der Verlauf, bei Einhalt der konservativen Therapie, harmlos und die Heilungschancen sehr gut. Betroffene können nach ein paar Tagen bis Wochen von Ihren Schmerzen erlöst sein.  

 

Dazu gehört jedoch auch Geduld und Disziplin bei der Durchführung der physikalischen Maßnahmen. Innerhalb von drei Monaten sind 90% der Betroffenen wieder beschwerdefrei! Es kommt sogar vor, dass die Ischiasschmerzen, vor allem wenn Sie durch Stresssituationen und Angespanntheit ausgelöst wurden, wieder von alleine verschwinden! 

Erste-Hilfe - Sofort-Maßnahmen bei akuten Ischias-Beschwerden!

Bevor Sie mit der verordneten Krankengymnastik gezielt anfangen Ihren Ischiasschmerz zu behandeln, gibt es hilfreiche Übungen, die den Ischiasnerv entlasten und für eine Besserung der Beschwerden sorgen. 

 

Kurzes Liegen

Kurzes Liegen kann helfen, um den Ischiasschmerz zu reduzieren. Sobald die Schmerzen im Liegen nachlassen, sollten Sie wieder aufstehen und kurze Strecken gehen. Vermeiden Sie jedoch längere Bettruhen zwischendurch, sowie das lange Sitzen und Fahrradfahren, da dadurch der Druck auf die Bandscheiben im unteren Rückenbereich erhöht wird und diese den Ischiasnerv reizen können. Bettruhe sollte jedoch vermieden werden, da Bewegung wichtig für die Rehabilitation des Ischiasnervs ist!

 

Stufenlagerung

Zur Entlastung der Wirbelsäule und der Nervenwurzeln eignet sich die Stufenlagerung. Legen Sie dafür Ihren Oberkörper flach auf den Boden. Lagern Sie Ihre Unterschenkel im 90° Winkel hoch. Oder anderen festen Untergrund. 

 

Aushängen

Zur Entlastung und Dehnung der Wirbelsäule stützen Sie sich mit Beiden Händen auf zwei stabilen Stühlen oder Tischen rechts und links gleichzeitig ab. Das Becken sollte dabei locker durchhängen und die Wirbelsäule wird dabei automatisch lang gezogen. 

 

Kutscherstellung

Zur Entlastung der gereizten Nerven sitzen Sie mit gespreizten Beinen auf einem Stuhl. Der Oberkörper wird nach vorne gebeugt und die Ellenbogen auf die Knie gestützt. Die Hände und Arme hängen dabei locker herunter. Durch das Vorbeugen des Kopfes werden dabei die Muskeln gedehnt. 

 

Akupressurmatte

Zur Schmerzlinderung kann auch eine Akupressurmatte dienen. Diese fördert die Durchblutung der Muskulatur und hat sich vor allem bei Linderung von Rückenschmerzen bewährt. Dazu legt man sich am besten unbekleidet auf die Matte, um die Muskeln bestmöglich stimulieren zu können. Dabei gibt es für Ischiasschmerzen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Wir stellen Ihnen nachfolgend drei Anwendungen bei Ischiasschmerzen vor:

Anwendung 1:

Legen Sie sich mit dem Kreuz-und Gesäßbereich auf die Matte. Winkeln Sie Ihre Beine an, damit ein ausreichender Druck auf dem Lendenwirbelbereich entsteht. Verharren Sie 10-15 Minuten in dieser Position.

Anwendung 2:

Legen Sie sich seitlich auf die Matte und Winkeln sie Ihre Beine dabei an. Verharren Sie 10-15 Minuten in dieser Position und führen Sie die gleiche Übung auf der anderen Seite aus.

Anwendung 3:

Setzen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf die Matte. Ihre Füße sind dabei überkreuzt und die Ellenbogen werden auf den Knien  abgelegt. Verharren Sie 5-10 min in der Position.

 

Kälteanwendungen

Kältetherapien haben sich gerade bei beginnenden Ischiasschmerzen bewährt. Dafür legen Sie mehrmals täglich für drei Minuten ein Kühl- oder Gelpad auf die betroffenen Stellen. Dies unterbindet die Schmerzweiterleitung und wirkt so entspannend. Am besten setzt die Wirkung bei einer Temperatur zwischen 10 bis 15° Grad ein. 

 

Prävention - Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung der Ischias-Beschwerden inkl. 7 praktischer Übungen

Ausreichend Bewegung: Das A und O für die Gesunderhaltung unseres Bewegungsapparates

Um gesund und fit durchs Leben zu gehen, spielt eine sinnvolle und ausgeglichene Bewegung eine wichtige Rolle. Im Bezug auf Ischiasbeschwerden bedeutet dies, dass Sie gerade Ihren Rücken trainieren sollten, um möglichen Beschwerden erst gar keinen Raum zu bieten. Dafür stehen zahlreiche Optionen für jedes Alter und Kondition zur Auswahl. Versuchen Sie zweimal pro Woche Sport, wie Schwimmen, Laufen, Aquajogging etc., zu treiben. Ziel ist es, die Muskulatur Ihres Rückens zu stärken und Lenden- und Hüftbereich agil zu halten. Zudem sollte auch die Bauchmuskulatur, die Oberschenkelrückseite und der Hüftbeuger durch Krafttraining aktiviert werden. So werden Verspannungen gelöst, die Durchblutung gefördert, Muskelverkürzungen vorgebeugt und das Becken stabilisiert. Dies sind wichtige Maßnahmen, um den Ischiasnerv zu entlasten und funktionsfähig zu halten. 

 

Sport und Rückentraining

Neben allgemeiner Bewegung, lohnt es sich regelmäßige Rückenübungen durchzuführen. Diese sind die beste präventive Maßnahme. Achten Sie bei Ihren Trainingseinheiten auch darauf, dass Sie es nicht übertreiben und Ihre Muskeln überstrapazieren. Denn zu viel des Guten, bedeutet in diesem Fall unnötige Verspannungen und Stress. Setzten Sie sich auch nicht zu sehr unter Druck, wenn Sie bereits an Ischiasschmerzen leiden. Versuchen Sie die Schmerzen zu akzeptieren und aktiv mit sinnvollen Lösungen dagegen an zu gehen. Sorgen Sie auch in Ihrem Alltag für entspannende Momente, z.B. durch progressive Muskelentspannung.

7 Effektive Übungen gegen Ischiasschmerzen

Wir haben nachfolgend 7 gymnastische Übungen für Sie zusammengestellt, die Ihnen bei bereits bestehenden Ischiasschmerzen, sowie zur Vorbeugung helfen können:

 

Übung 1: Dehnung der Gesäßmuskulatur

Legen Sie sich flach auf einen festen Untergrund. Stellen Sie mit gebeugten Knien die Füße auf den Boden. Umfassen Sie mit beiden Händen Ihr rechtes Knie. Nun ziehen Sie Ihr rechtes Bein soweit wie möglich zur rechten Schulter. Dabei zeigt Ihr Kinn in Richtung Brust. Halten Sie diese Position 30 Sekunden lang. Wiederholen Sie den Vorgang dreimal und wechseln Sie dann das Bein.  Führen Sie den Vorgang auf der linken Seite genauso aus. Zum Abschluss werden beide Beine gleichzeitig in Richtung Schulter gezogen. Sobald Schmerzen auftreten, sollte der Dehnungsvorgang abgebrochen werden. Ein normaler Dehnungseffekt darf jedoch spürbar sein und ist beabsichtigt.

 

Übung 2: Lockerung des Piriformis-Muskels

Dafür benötigen Sie einen Tennisball oder eine Faszien-Kugel. Setzten Sie sich mit leicht angewinkelten Beinen auf den Boden. Die Füße werden dabei aufgestellt. Schieben Sie den Ball unter eine der beiden Gesäßhälften. Stützen Sie sich danach mit beiden Händen vom Boden ab. Versuchen Sie nun mit der Gesäßhälfte den Ball für eine Minute zu kreisen. Führen Sie gelegentliche Richtungswechsel durch. Danach wechseln Sie die Seite und führen die Übung mit der anderen Gesäßhälfte durch.

 

Übung 3: Stärkung der Bauchmuskulatur/Dehnung Oberschenkelrückseite

Legen Sie sich auf den Boden und winkeln Sie dabei Ihre Beine an. Die Füße bleiben zunächst auf dem Boden. Heben sie nun abwechselnd Ihre Beine je 10mal langsam an und senken Sie diese langsam wieder zum Boden ohne diesen zu berühren. Die Arme bleiben dabei fest am Boden und das Kinn wird Richtung Brust gezogen, um eine Hohlkreuzbildung zu vermeiden. 

 

Übung 4: Dehnung Lendenwirbelbereich

Legen Sie sich auf einen festen Untergrund und verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf. Stellen Sie Ihre Beine mit angewinkelten Knien auf. Rollen Sie Ihre angewinkelten Beine  10mal zur linken Seite bis ein leichtes Ziehen im Lendenbereich zu spüren ist. Halten Sie die Position einige Sekunden. Danach führen Sie die Übung auf der anderen Seite aus.

 

Übung 5: Lendenwirbel-Becken-Mobilisation

Stellen Sie sich mit schulterbreit auseinander gestellten Füßen gerade hin. Das Hauptgewicht ist auf den Fersen. Beim Einatmen das Becken etwas nach hinten kippen und beim Ausatmen wieder nach vorne. Führe die Übung 30-60 Sekunden lang aus.

 

Übung 6: Stärkung der Rückenmuskulatur

Legen Sie sich auf den Bauch. Die Hände werden über dem Gesäß zusammengehalten. Beim Einatmen wird der Kopf etwas angehoben, sodass Nacken und Rücken im Idealfall eine gerade Linie bilden. Nun wird der Brustkorb vom Boden angehoben und die Schulterblätter nach hinten gezogen. So als ob diese sich berühren würden. Nun spannen Sie Ihre Rückenmuskulatur an und heben den Brustkorb so hoch, wie es nur geht. Sofern Schmerzen im Kreuzbereich auftreten, senken Sie den Brustkorb wieder etwas herab. Diese Position wird 10-15 Sekunden gehalten. Beim Ausatmen wird der Brustkorb wieder abgesenkt. Zur Entspannung wird die Stirn auf den Boden gelegt. Wiederholen Sie die Übung 2 bis 3mal.

 

Übung 7: Lockerung der Rückenmuskulatur

Diese Übung eignet sich für den Abschluss einer Übungseinheit. Stellen Sie sich mit schulterbreit auseinander gestellten Füßen gerade hin. Die Arme hängen locker nach unten. Drehen Sie nun Ihren Oberkörper und Rumpf von einer Seite zur anderen. Der Kopf wird dabei nicht mit gedreht. Führen Sie den Vorgang ca. 10-15 Sekunden aus. 

Ergonomische Alltags- und Berufsgestaltung

Da wir gerade im Arbeitsalltag häufig gezwungen sind einseitige Bewegungsmuster auszuführen und in der Freizeit keinen Ausgleich dafür finden, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um Ihre Tätigkeiten besser an Ihre gesundheitlichen Bedürfnisse anzupassen.

 

Dies fängt beispielsweise schon bei der richtigen Sitzposition an. Wenn Sie im Alltag gezwungen sind über einen längeren Zeitraum zu sitzen, dann sollten Sie unbedingt eine korrekte Sitzhaltung einnehmen, um Schäden am Bewegungsapparat vorzubeugen. Darüberhinaus sollten Sie auch gelegentliche Bewegungspausen einlegen. Es reicht auch schon aus, ab und zu aufzustehen oder zum Beispiel die Übung 7 zur Rückenentspannung durchzuführen. Für eine korrekte Sitzhaltung sollten Sie folgende Dinge beachten:

 

–          Aufrecht hinsetzen mit beiden Beinen am Boden

–          Die Knie werden rechtwinklig gebeugt und die Fußsohlen liegen flach am Boden auf.

–          Schultern hängen lassen

–          Die Arme werden im Ellenbogengelenk rechtwinklig abgebogen

–          Sitzhöhe so einstellen, dass die Unterarme bei hängenden Schultern locker auf dem Schreibtisch aufliegen.

–          Der Bildschirm sollte in „Armweite“ aufgestellt werden, sodass Sie ihn mit ausgestreckten Armen erreichen können.

–          Verwenden Sie eine flache Tastatur, neben der die Maus platziert sein sollte.

–          Die oberste Bildschirmzeile sollte sich  15° Grad unterhalb der Augenhöhe befinden. So blicken Sie leicht nach unten, um auch den oberen Bildschirmrand einsehen zu können.

 

Auch wenn es anfänglich schwer fällt, vermeiden Sie vermeintliche „gemütliche“ Sitzhaltungen und sitzen Sie stets aufrecht mit gelegentlichen Haltungswechseln!

 

Zudem können Sie zur Prävention oder auch bei bereits vorhandenen Ischiasbeschwerden oder Rückenleiden auf ergonomische Möbel und Hilfsmittel zurück greifen. Diese helfen Ihnen dabei, Tätigkeiten schonender und auf die menschliche Gesundheit und Anatomie abgestimmt auszuführen. So werden Verspannungen, Überbelastungen und Fehlhaltungen schon von vornherein vorgebeugt oder bei bereits bestehenden Beschwerden korrigiert. So können Sie je nach Beschwerden und Tätigkeiten zwischen ergonomischen Stühlen, Tischen, Tastaturen, Monitoren, Sitzkissen, Stiften etc. wählen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber über die Möglichkeiten einer ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes, da Sie täglich viel Zeit dort verbringen. In dieser Sie können Sie mit den richtigen Maßnahmen Ihre Gesundheit unterstützen und müssen keine Sorge tragen, dass diese unter der Arbeit leidet. So können Sie noch leistungsstärker und produktiver im Alltags- und Berufsleben durchstarten!

 

Wie Sie sehen, stehen Ihnen viele Maßnahmen zur Vorbeugung von Ischiasbeschwerden zur Verfügung. Sie müssen nur bereit dazu sein, diese in Ihr Alltagsleben zu integrieren. Ihr Rücken und Ihr Ischias werden es Ihnen danken!

FAQ - Alle wichtigen Fakten im Schnellüberblick!

Wo befindet sich der Ischiasnerv?

– Der Ischiasnerv verläuft vom Lendenwirbelbereich über das Gesäß zur Oberschenkelrückseite und von dort das Bein hinab bis zu den Zehen.

 

Welche Funktion erfüllt der Ischiasnerv?

– Weiterleitung aller Befehle und Empfindungen der Beinmuskulatur über Rückenmark zum Gehirn und umgekehrt.

 

Was ist eine Lumboischialgie?

– Dies ist neben „Ischialgie“ und „radikulären Kreuzschmerzen“ einer der medizinische Fachausdrücke für Ischiasbeschwerden und beschreibt Schmerzen, die vom Lendenwirbelbereich und Bein entlang des Ischiasnervs verlaufen.

 

Welche Symptome treten bei Ischiasbeschwerden auf?

Schmerzempfindungen:

plötzlich eintretend oder schleichend, ausstrahlend (bis in die Zehen möglich),  elektrischer Schlag, stechend, kribbelnd, krampfartig oder brennend

Mögliche Ausfallerscheinungen:

Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche, Empfindungsstörungen, Probleme bei Harnausscheidung und Stuhlgang möglich

Selten:

Unfähigkeit Beine und Zehen zu bewegen und Knie zu beugen

 

Mit welchen Krankheiten kann Ischialgie verwechselt werden?

° Hexenschuss

° Bandscheibenvorfall

° Piriformis-Syndrom

 

Sind Ischiasschmerzen heilbar? 

Ja, je eher die Therapie beginnt, desto besser die Heilungschancen. In einigen Fällen verschwinden die Schmerzen sogar von selbst.

Ursachen für Ischiasschmerzen 

Kompression oder Irritation des Ischiasnervs z.B. durch:

° Bandscheibenvorfall (häufig)

° Bandscheibenvorwölbung

° Muskelverspannungen im Lendenwirbelbereich

° Wirbelblockaden

° Verengung des Wirbelkanals

° Entzündungen

° Tumore (selten)

° Bewegungsmangel und Stress

° Einseitige Bewegungsmuster

° Ungesunde Ernährung und Übergewicht

° Schwangerschaft

 

Wie wird Ischialgie diagnostiziert? 

Anamnese, körperliche Untersuchung, Schonhaltungen, Reflextests, Lasègue-Test, Bragard-Test, Elektroneurografie, MRT, CT.

 

Wie können Ischiasschmerzen behandelt werden? 

Schmerzmittel, Injektionen, Physiotherapie, Massagen, Akupunktur, Wärmebehandlungen, Rückentraining, Operation (nur in seltenen Fällen nötig).

 

Wie lange halten Ischiasschmerzen an? 

Je nach Ursache und Schädigung der Nervs unterschiedlich: Von einigen Tagen bis zu drei Monaten. Zusätzlich können chronische oder wiederkehrende Schmerzen auftreten.

 

Kann man vorbeugend etwas gegen Ischiasbeschwerden unternehmen? 

° Stärkung der Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur, berschenkelrückseite und des Lenden-und Hüftbereichs (Hüftbeuger) durch: ausreichend Bewegung, Sport, Rückentraining, Krafttraining.

° Ergonomische Alltagsgestaltung durch: Vermeidung von Fehlhaltungen und einseitigen Bewegungsmustern, Stress, Übergewicht, Verwendung von ergonomischen Möbeln und Hilfsmitteln.

 

Fazit - Nach dem „Ischias“ ist vor dem „Ischias“!

Ohne Frage, für Betroffene sind Ischiasschmerzen ein unangenehmer und quälender Begleiter. Doch es gibt gute Möglichkeiten, die Schmerzen wieder in den Griff zu bekommen. Dafür benötigen Sie jedoch etwas Geduld, Ausdauer und Selbstinitiative. Auch nach erfolgreicher konservativer Therapie sollten Sie am Ball bleiben und sich weiterhin aktiv bewegen und rückenkräftigende Übungen in Ihren Alltag integrieren, auch wenn Sie nur 10-15 Minuten täglich Zeit dafür investieren. Darüber hinaus können Sie auch auf ergonomische Hilfsmittel zurückgreifen, um Ihren Alltag noch gesundheitsbewusster zu gestalten. Mit Prävention und zielgerichteter Therapie können Sie möglichen Ischiasbeschwerden effektiv vorbeugen und bestehende Beschwerden erfolgreich lindern. Gleichzeitig halten Sie Ihren gesamten Bewegungsapparat fit und agil  – Ihre Gesundheit und Ihr „nerviger Nerv“ werden es Ihnen danken!

Jetzt Protokoll entdecken und Schmerzen los werden

Scroll to Top